Korrespondentenberichte
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Laut-Sprecher:
Aras brauchen Platz und Artgenossen
Von Florian Oertel, dpa
Leipzig/Bochum (dpa/tmn) - Sie haben leuchtend rote, hellgrüne
oder tiefblaue Federn. Und an der Brust, den Flügeln oder rund
um
die Augen sind weitere Farben zu sehen. Aras gehören zu den
imposantesten Vögeln. Verglichen mit anderen Papageienarten
lassen
sie sich zwar recht gut von Menschen versorgen. Anspruchsvoll ist die
Haltung aber trotzdem - vor allem, weil Aras unbedingt einen Partner
und außerdem jede Menge Platz brauchen.
Am einfachsten nachzüchten lassen sich Gelbbrustaras. Deshalb
sind
die prächtigen gelb-blauen Vögel auch die am
häufigsten
gehaltene Art. «Danach kommen der Dunkel- und mit einigem
Abstand
der Hellrote Ara sowie der Soldaten- und der Rotohrara», sagt
Jörg Asmus von der Vereinigung für Zucht und
Erhaltung
einheimischer und fremdländischer Vögel (VZE) aus
Leipzig.
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| Foto:Patrick Pleul
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Besonders auffällig ist der Hyazinthara mit den
überwiegend
blauen und nur rund um die Augen und am Schnabelansatz gelben Federn.
«Von der Schwanzspitze bis zum Kopf werden die bis zu einen
Meter
lang», sagt Lars Lepperhoff, Buchautor aus Ittigen bei Bern
in
der Schweiz.
Speziell ist auch das Balzgehabe der Hyazintharas: «Die
hüpfen auf ihrem Ast, schaukeln mit dem Kopf und strecken
Federn
und Schwanz in die Höhe.»
Eines haben aber alle Arten gemeinsam: Sie dürfen nicht
einfach im
großen Käfig gehalten werden. Stattdessen sollte es
eine
Voliere sein, sagt Jörg Asmus. «Am besten ist eine
Freivoliere mit Schutzhaus.» Aber Vorsicht: Wenn Aras mit dem
Kreischen loslegen, wird das nicht jeder Nachbar mit Humor nehmen.
«Sie sind zu laut, um in einem reinen Wohngebiet gehalten zu
werden.»
Aras sollten immer mindestens im Duett kreischen können.
«Man hält am besten ein Männchen und ein
Weibchen der
gleichen Art und Unterart zusammen», sagt Heike Mundt vom
Papageien-Park Bochum, in dem die Vögel auch
gezüchtet
werden. «Falls sie sich dann bei guter Haltung vermehren,
sollte
man das als Highlight sehen.»
Geburtenkontrolle ist bei den Vögeln, die mit vier bis
fünf
Jahren geschlechtsreif werden, jedenfalls nicht möglich.
Deshalb
braucht ein Pärchen immer auch eine Nistmöglichkeit -
denn
Aras sind sogenannte Höhlenbrüter.
«Andernfalls kann es
beim Weibchen zur Legenot kommen», sagt Lepperhoff. Das Ei
steckt
dann im Eileiter fest, und das kann tödlich enden.
Doch nicht jeder Ara-Liebhaber ist wild auf Vogelnachwuchs oder
weiß, an wen er ihn bedenkenlos abgeben kann. «Dann
hält man am besten zwei Männchen zusammen»,
sagt
Lepperhoff. Theoretisch lassen sich auch zwei Weibchen zusammen halten.
Dann werden allerdings unter Umständen trotzdem Eier gelegt
und -
freilich erfolglos - bebrütet.
«Das laugt die Vögel unnötig aus.»
Zu fressen bekommen Aras Fertigfutter, in das zum Beispiel viele
Sonnenblumenkerne gemischt sind. «Hin und wieder sollten sie
Nüsse bekommen», sagt Asmus - aber keine
Erdnüsse: In
deren Schale könnten sich gefährliche Schimmelpilze
verbergen. Obst und Gemüse runden den Speiseplan der
Vögel
ab, die eines mit vielen Menschen gemeinsam
haben: Ihnen schmeckt nicht unbedingt alles, was man ihnen gibt.
Für den Halter heißt es deshalb auszuprobieren.
Zu den Arbeiten, die der Halter regelmäßig erledigen
muss,
gehört neben dem Saubermachen das Auswechseln der
ungespritzten
Äste in der Voliere. Denn Aras nagen liebend gern.
«Wäre die Voliere aus Holz und nichts anderes zum
Nagen da,
wäre die in kürzester Zeit nicht mehr
brauchbar», sagt
Asmus - und auch dünner Draht hält den starken
Schnäbeln
nicht Stand. Auf rund eine Stunde beziffert Lepperhoff den
Arbeitsaufwand für ein Pärchen pro Tag.
Aras kann man nicht kaufen wie ein Zwergkaninchen: «Die sind
alle
artengeschützt, und einige wie die Hyazintharas
zählen zur
höchsten Artenschutzklasse», sagt Heike Mundt. Der
Halter
braucht deshalb für jedes Tier einen speziellen Nachweis - je
nach
Art zum Beispiel das sogenannte CITES-Zertifikat oder einen
Herkunftsnachweis. Außerdem muss er den Vogel bei der
zuständigen Behörde anmelden, das kann etwa die
Naturschutzbehörde eines Landes sein.
Ein verlässlicher Züchter lässt sich laut
Jörg
Asmus unter anderem daran erkennen, dass er die Kunden in solchen
artenschutzrechtlichen Fragen umfassend berät und ihm alle
nötigen Papiere aushändigt. «Man sollte
auch verlangen,
dass er ein Gesundheitszeugnis für die Tiere
vorlegt.» Es
gebe durchaus schwarze Schafe. Seriöse Arbeit hat jedoch ihren
Preis: Ein Gelbbrustara-Pärchen kann derzeit durchaus 1500
Euro
oder mehr kosten.
Als Pärchen oder in Gruppen gehalten, sind Aras laut Heike
Mundt
«relativ autonom», also nicht allzu sehr auf den
Menschen
fixiert.
Auch mit dem Sprechen halten sie sich oft zurück. Bei
Papageien,
die gegen jeden Rat einzeln gehalten werden, klappt das meist schneller
- es ist aber eher ein Zeichen für Einsamkeit. Trotzdem kann
es
dem Halter auch bei Pärchen gelingen, dass sie auf seine Hand
fliegen - vielleicht sogar auf Kommando. Und mit etwas Glück
und
Geduld ist auch ein kleiner Plausch nicht ausgeschlossen.
Literatur: Lars Lepperhoff: Aras - Freileben, Verhalten, Pflege, Arten,
Ulmer, ISBN: 978-3800-1382-10, 49,90 Euro.
INFO-KASTEN: Hand- oder Elternaufzucht?
Bei nachgezüchteten Aras wird zwischen Hand- und
Elternaufzuchten
unterschieden, erläutert Buchautor Lars Lepperhoff aus der
Schweiz. Erstere haben quasi von der Geburt an Kontakt zum
Züchter
und sind deshalb weitgehend zahm, wenn sie verkauft werden. In der
Fortpflanzungszeit im Frühjahr werden diese Vögel
allerdings
häufig aggressiv gegenüber dem Halter. «So
lange
beschränkt man den Kontakt am besten auf die
nötigsten
Arbeiten.» Elternaufzuchten halten laut Lepperhoff generell
mehr
Distanz zum Menschen. «Dafür greifen sie ihn in der
dieser
Phase aber auch nicht hemmungslos an.»
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