Technik und Telekommunikation

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Technik/Fotografie/Computer/Freizeit/KORR/
Geloggt und getaggt: Geodaten für Digitalfotos und mehr
Von Dirk Averesch, dpa

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Wo war das gleich noch mal? Beim
Sortieren von Fotos gelangen selbst Gedächtniskünstler früher oder später an ihre Grenzen und können nicht mehr alle Bilder den
Aufnahmeorten zuordnen. Wen die Planlosigkeit zur Weißglut treibt, sollte zu einem GPS-Logger greifen. Diese Geräte zeichnen ständig die Position des Fotografen auf, sind ab 50 Euro zu haben und so klein wie eine Streichholzschachtel. Eine Software übernimmt dann später am Rechner das Kopieren der gesammelten Ortsinformationen in die Metadaten (EXIF) der Digitalbilder.

Dieses sogenannte Geo-Tagging bietet dem Anwender viele neue
Möglichkeiten, seine Bilder zu archivieren und zu präsentieren. «Die Bandbreite ist gigantisch», sagt Constanze Clauß vom
Photoindustrie-Verband in Frankfurt. Anhand der Positionsdaten lassen sich die Bilder auf digitalen Karten wie Google Maps, Earth oder Panoramio verorten und anzeigen. Fotografen können Bekannte mit den Koordinaten zielsicher in den entlegensten Winkel lotsen oder selbst dorthin zurückkehren. «Man kann die Koordinaten auch einfach bei Wikipedia nachschlagen», rät Clauß. So kehren die Namen längst vergessener Sehenswürdigkeiten oder Orte zurück - und mit ihnen Informationen für Bildbeschriftungen im Online-Fotoalbum.

Kartenbasierte Online-Alben lassen sich auf speziellen
Internetseiten wie de.locr.com oder Googles Picasa anlegen. Auch
Flickr kann getaggte Bilder auf der Landkarte anzeigen. Auf den
Portalen erfahren Hobbyfotografen nicht nur, wie andere Reisende
Landschaften und Sehenswürdigkeiten durch den Sucher gesehen haben, sondern können ihre Eindrücke auch mit Freunden teilen. Wer nicht nur die Fotos, sondern auch die Routen seiner vom GPS-Logger mitgeschnittenen Wanderungen oder Radtouren - die sogenannten Tracks - weitergeben will, ist auf Seiten wie GPSies.com, www.gps-tour.info, www.everytrail.com, www.hikr.org oder www.bikemap.net gut aufgehoben.

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Foto: hama

Mit einem GPS-Logger und den damit erstellten Tracks können
Engagierte sogar an der freien digitalen Weltkarte OpenStreetMap
(OSM) mitarbeiten. Alle aufgezeichneten Tracks können unter
www.openstreetmap.de in eine Datenbank hochgeladen werden. «Diese Mitschnitte sind selbst dann nützlich, wenn du nicht vorhast, die Straßen selbst im OSM-System zu beschreiben oder Karten zu zeichnen», heißt es beim deutschen Ableger des OSM-Projekts mit Sitz in Hamburg.

Software, die den Zeitpunkt der Aufnahme mit Erstellungszeit und
-datum der Wegpunkte im GPS-Track abgleicht, liegt den GPS-Loggern meist bei. Ansonsten ist zum Beispiel unter de.locr.com/downloads eine Auswahl an kostenlosen Programmen aufgelistet. Dreh- und Angelpunkt für eine korrekte automatische Zuordnung der Ortsinformationen zu den Bildern ist die richtig gehende Uhr der Digitalkamera. Sind die Uhrzeiten von Kamera und Satellit nicht synchron, darf man sich nicht wundern, wenn das Bild vom Wasserski fahrenden Onkel im Wörthersee die Geoinformationen des später besuchten Klagenfurter Doms trägt.

Unterwegs lohnt dann und wann auch ein Blick auf die Status-LEDs des GPS-Loggers, um sicher zu gehen, dass der Kontakt zum Satelliten nicht abgebrochen ist und der Akku noch genug Saft hat. «Man muss dem Gerät auch immer ein wenig Zeit geben, um sich mit dem Satelliten zu verbinden», rät Clauß. Wenn der sogenannte Fix zustande gekommen ist, sollte der Logger für möglichst genaue Aufzeichnungen nicht zu tief in der Tasche verschwinden.

Kameras mit eingebautem GPS-Modul sind rar und tendenziell eher im Profibereich zufinden. Dass nicht mehr GPS-Module direkt in Kameras verbaut werden, liegt unter anderem an ihrem Energiehunger. Ein Problem sei der Stromverbrauch eines GPS-Gerätes, heißt es auf dem Internetportal «Digitalkamera.de» mit Sitz in Lübeck. Das gelte besonders in Anbetracht der Größe von Kameraakkus. Das größere Problem sei aber die Dauer des Satelliten-Fixes von 20 bis 60 Sekunden oder mehr: «Viel zu lang für eine Kamera, mit der auch spontane Schnappschüsse fotografiert werden sollen.» Und würde das GPS ständig mitlaufen, wäre der Kamera-Akku womöglich zu einem unmöglichen Zeitpunkt leer.

GPS-Logger haben also gegenüber fest verbauten Modulen in Kameras den Vorteil, dass sie sich nicht immer wieder neu mit dem Satelliten verbinden müssen und stets einsatzbereit sind. Die meisten kameraunabhängigen Logger von Herstellern wie Holux, Royaltek, Wintec, Navilock, Winner Fly oder Hama halten mit dem beiliegenden Standard-Akku acht bis zehn Stunden durch und werden per USB-Kabel oder Bluetooth-Funk mit dem Rechner gekoppelt. Logger mit einem kleinen Display bieten unterwegs nützliche Informationen wie Position, Geschwindigkeit, Datum, Uhrzeit und freier Speicherplatz.

Die Kamerahersteller selbst halten Nachrüstlösungen eher für
professionelle Anwender bereit. Auch Hersteller wie Jobo oder
Foolography haben mit ihren Produkten tendenziell den Profibereich im Blick: GPS-Empfänger oder -Logger zum Nachrüsten für den Blitzschuh von digitalen Spiegelreflexkameras, die zum Teil mit der Kamera verbunden werden können und den Geotag direkt in die Bilddatei speichern.

INFO-KASTEN: Vorsicht mit den EXIF-Daten

Einige Grafikprogramme haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie die EXIF-Daten ändern oder gar löschen, wenn der Anwender ein Bild nach der Bearbeitung überspeichert. Dabei geht auch der wertvolle Geotag verloren. Deshalb empfiehlt es sich, mit einem unwichtigen Bild zu testen, ob es sich bei dem genutzten Programm um einen «EXIF-Killer» handelt. Falls dem so ist, sollten dringend die Voreinstellungen zum Speichern von Bildern geändert werden.

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