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Wie
nass und
glänzend: Der neue «Wet-Look»
Von Thorsten
Wiese, dpa
Köln/Düsseldorf (dpa/tmn) - Sie glänzen,
kommen zum Teil in
leuchtenden Farben daher und sind der Ausweis von Modernität
in fast jeder Herbst-Kollektion: Auf Daunenjacken mit schimmernder
Oberfläche verzichtet in dieser Saison kaum ein Hersteller.
Das ist kein Wunder: Stilistisch mischen die neuen Jacken sportliches
Aussehen mit eleganter Wirkung - und das passt genau in
die Zeit.
Laut dem Trendbericht des Deutschen Modeinstituts (DMI) in
Köln
vereint der Zeitgeist in der aktuellen Saison mehrere Aspekte:
Wichtige Stichworte seien «funktionale
Sportlichkeit» und «hoch
entwickelte technische Materialien». Das Ergebnis sei
«chic und easy» zugleich. Prägend seien in
diesem Herbst und Winter «Jacken, die einen wie ein
persönlicher Bodyguard durch die großen Metropolen
und übers weite Land begleiten», so formuliert das
Institut in seinem Bericht.
Schnell sind beim Blick auf die Fotos und Schaufenster Begriffe
zur Hand: «Shiny-Look, Wet-Look, Lack, glänzend -
all diese Namen sind im Umlauf», sagt
DMI-Geschäftsführer Gerd Müller-Thomkins.
Der sportiv-urbane Look solle Hochwertigkeit vermitteln. In vielen
Geschäften sind die Jacken jetzt zu sehen.
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| Foto:
Max Mara
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«Das ist schon ein Must-have in diesem Winter»,
sagt Designer René Lang aus Düsseldorf. Ihm zufolge
waren die Städte in Italien «schon vergangenen
Winter voll damit» - jetzt sei der Trend auch in Deutschland
angekommen. Der Ursprung des neuen Looks sei die Outdoor-Mode, und mit
wie nass glänzenden Beschichtungen werden sie jetzt
«jung und modern und ein Thema für die
Stadt», sagt Lang. Vor allem Schwarz herrsche in den
Kollektionen vor: «Damit haben Sie dann auch alle
Kombinationsmöglichkeiten.» Zu sehen sind die
dunklen Stücke im sportlichen Casual Look etwa bei Zegna Sport
und Cinque.
Für Frauen ist es laut Lang aber auch in Ordnung, bunte Farben
zu wählen. Die gibt es in Hülle und Fülle:
Marc Cain und Benetton haben Pink und Orange im Programm, Gelb und
Braun gibt es bei Diesel, Stefanel und Max Mara zeigen die Jacken in
glänzendem Blau, Stone Island wagt sich gar mit
Neongrün und Rot in die Läden - und zeigt die Farben
auch an männlichen Models.
Ihren Glanz erhalten die Stücke von neuen Kunstfasern:
«Das sind beschichtete Oberflächen, häufig
Polyester-Derivate
oder Durchmischungen von Baumwolle und Polyester»,
erläutert
Müller-Thomkins. Glanz ist hier nicht nur Schmuck, sondern auch
Funktion - die schimmernden Stoffe schützen die
Oberflächen der Daunenkammern.
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| Foto:
Cinque
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Auch aus diesem Grund treffen die Jacken den
Zeitgeist, so Müller-Thomkins: Sie mischen
technisch-kühlen Glanz
mit einem Innenleben aus Daunen: «Und das verkörpert
den
aktuellen Zeitgeist der Widersprüche von Natur und Stadt,
Beruf und Freizeit.» Die Funktion sei dabei als
«Zitat» einzuschätzen, als Metapher:
«Daunenjacken sind für die Stadt wohl meist viel zu
warm - in einer Zeit, in der die Polkappen abschmelzen. Das
funktioniert also nach dem Motto: Wenn nicht jetzt, wann
dann?»
Dass der Stil nicht die direkte Aussage «Daune =
Polarexpedition»
verfolgen will, lässt sich auch daran ablesen, dass der Schnitt
körperbetont und kurz ist - für eine Outdoor-Jacke
ist das unpassend.
Der Wet-Look ist also eher als ein Stilelement zu
sehen - und das will gestylt sein: «Der Glanz braucht immer
den Kontrast mit etwas Grobem, zum Beispiel mit
Strick», sagt Trendexpertin Elke Giese. Deshalb
würden die «Wet-Jacken» beispielsweise mit
Cord- oder Flanellhose kombiniert.
INFO-KASTEN: Voluminöse Jacken sind eher etwas für
Schlanke
Volumen bringen die schimmernden Daunenjacken von Haus aus mit. Deshalb
sollte schlank sein, wer in ihnen drinsteckt: «Wer nicht ganz
schlank ist, sollte besser die Finger von diesen Jacken
lassen», rät der Designer René Lang aus
Düsseldorf. Denn die aktuellen Stücke seien so eng
geschnitten, dass es «mit Bauchansatz nicht so gut»
aussieht. Die Jacke selbst bringe durch die Daune schon «ein
gewisses Volumen» mit, auch wenn die neuen Modelle
«nicht so stark plustern wie die alten
Daunenjacken».
Weil sie eng geschnitten sind, eignen sie
sich nach Worten von
Lang nicht dazu, über dem Anzug getragen zu werden. Dazu
braucht es einen Mantel. Und ohnehin sind sie in der Freizeit besser
aufgehoben, denn eine sportliche Wirkung haben die Jacken allemal - und
nicht in jeder Branche passt das ins Büro.
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