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Wundertüte
Router: Kleiner Kasten mit vielen Talenten
Von Jan Kluczniok, dpa
Hannover/Berlin (dpa/tmn) - Es ist gar nicht lange her, da
fristeten Router noch ein beschauliches Dasein. An die
angeschlossenen Rechner mussten sie ankommende Datenpakete verteilen.
Hin und wieder hatten sie Pakete zu blockieren, die kein PC im
Internet bestellt hatte. Doch binnen weniger Jahre haben sich die
kleinen Netzwerkkästen zur regelrechten
Kommunikationszentralen gemausert, die DSL-Modem, WLAN-Access-Point und
oft auch eine Telefonanlage beherbergen. «Das spart jede
Menge Strom und Kabelsalat», sagt Johannes Endres von der in
Hannover erscheinenden
Computerzeitschrift «c't». Und Router bieten viele
ungeahnte
zusätzliche Funktionen:
INTERNET-TELEFONIE: Wer nur über einen analogen
Telefonanschluss verfügt, aber doch mehrere Leitungen
benötigt, kann kostengünstig weitere Telefonleitungen
mit eigener Rufnummer realisieren - wenn er einen Router mit
Internet-Telefonie-Funktion (VoIP) und entsprechenden Anschlussbuchsen
für Telefone besitzt. «Das ist deutlich
günstiger als ein ISDN-Anschluss, bietet aber
natürlich nicht denselben Funktionsumfang», sagt
Endres. Der VoIP-Anbieter kann frei gewählt werden. Allerdings
kann es sein, dass der Vertrag mit
dem Internetprovider bereits VoIP-Dienste einschließt - zum
Beispiel eine Flatrate für alle Gespräche ins
deutsche Festnetz.
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| Foto:
AVM |
SERVER: Viele Router besitzen einen USB-Anschluss, an den ein
Drucker, eine externe Festplatte oder ein Speicherstick angeschlossen
werden können. Diese Geräte stehen dann allen
Computern im Heimnetzwerk zur Verfügung. «Diese
Lösung verbraucht weniger Strom als ein Rechner, der im
Netzwerk als Server fungiert, ist aber auch langsamer»,
erklärt Endres. Zum gelegentlichen Austausch von Daten sei
diese Lösung allerdings vollkommen ausreichend.
FERNZUGRIFF: Wer von unterwegs auf Daten im Heimnetzwerk zugreifen
möchte, kann eine dynamische DNS (DynDS) und die
Port-Weiterleitungsfunktion seines Routers nutzen. Durch die
DynDNS-Funktion kann der Router weltweit über einen Hostnamen
angesprochen werden. Die Port-Weiterleitungsfunktion
ermöglicht es, von jedem Internetrechner auf einen PC oder
eine Festplatte im Heimnetzwerk zuzugreifen. «Das kann
sinnvoll sein, wenn jemand auf Geschäftsreise ist und
feststellt, er hat zu Hause wichtige Daten vergessen»,
erläutert Endres. Ein kostenloser DynDNS-Dienst ist
www.dyndns.org. Dort legt der Nutzer einen Account an und sucht sich
einen Hostnamen aus - etwa meinheimnetz.dyndns.com. Diesen Namen
trägt er dann in der Konfiguration des Routers ein. Danach
gibt der Router immer seine aktuelle IP-Adresse an dyndns.org weiter.
Somit reicht es, für den Zugriff auf den Router den Hostnamen
einzugegeben.
DECT: Hersteller wie AVM aus Berlin statten neuere Routermodelle
neben einer Telefonanlage auch mit mit einer sogenannten DECT-Basis
für schnurlose Telefone aus. «An diese
können Sie alle Mobilteile anschließen, die dem
DECT-GAP Standard entsprechen», erklärt
AVM-Sprecherin Samira Jordan. Die Konfiguration der Mobilteile erfolge
über die Routersoftware. Jedem Telefon könne
beispielsweise ein eigener Anrufbeantworter zugewiesen werden. In
AVM-Routern mit DECT-Basis lasse sich auch ein zentrales Telefonbuch
einrichten, das von den meisten DECT-Mobilteilen genutzt werden
könne.
KONFIGURATION: Moderne Router erleichtern die Konfiguration von
WLAN-Geräten wie Notebooks. Anstatt umständlich lange
Schlüssel von Hand einzugeben, kann der Anwender moderne
Geräte oft einfach per Knopfdruck ins WLAN einbinden,
erklärt Thomas Jell, Sprecher des Herstellers Netgear in
München. Das funktioniert entweder über einen Knopf
oder virtuell über einen Klick in einer Software. Alternativ
können auch PIN-Nummern eingegeben werden, oder die
Integration erfolgt mit einem Datenabgleich per USB-Stick. Der Standard
hinter diesen Funktionen heißt Wi-Fi Protected Setup (WPS).
SICHERHEIT: Sicherheitsmängel müssen User aufgrund
des größeren Funktionsumfangs neuer Router nicht
fürchten. «Theoretisch besteht die Gefahr, dass die
Geräte eine größere Angriffsfläche
bieten, unsere Praxistests haben dies aber stets widerlegt»,
sagt Endres. In der Basiskonfiguration von Routern sind meist alle
Zusatzfunktionen abgeschaltet und müssen vom Benutzer
ausdrücklich aktiviert werden. «Achten Sie darauf,
dass nur die Funktion freigeschaltet sind, die Sie auch wirklich nutzen
und verstehen», mahnt Endres.
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