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Bei
der
Ausbildungsplatzsuche zählt Hartnäckigkeit
Von Andreas Heimann, dpa
Bochum/Nürnberg
(dpa/tmn) - Information
ist nicht
alles, aber bei der Ausbildungsplatzsuche ganz sicher hilfreich.
«Jugendliche lassen sich oft von Mitschülern oder
Freunden
beeinflussen und entscheiden sich dann vorschnell für oder
gegen
einen Beruf», sagt Ulrich Ernst,
Geschäftsführer
Berufliche Bildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in
Bochum. Und sie wissen oft gar nicht, welche Möglichkeiten es
tatsächlich für sie gibt.
«Viele Schulabgänger kennen gerade 10 oder 15
Ausbildungsberufe, dabei gibt es 350.» Sich
möglichst
umfangreich zu informieren, sei deshalb der erste Schritt, eine
Lehrstelle zu finden. «Vieles lässt sich gut im
Internet
herausbekommen», sagt Ernst. Jugendliche, die noch nicht
genau
wissen, was für sie in Frage kommt, können sich auf
diese
Weise schon einmal ganz grundsätzlich schlau machen.
«Man
sollte sich aber nicht auf ein einzelnes Info-Angebot
verlassen»,
rät Ernst.
Eine erste
Anlaufstelle können die
Berufsinformationszentren (BIZ) der Arbeitsagenturen sein.
«Wir
empfehlen immer, das zu machen», sagt Ilona Mirtschin von der
Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Jugendliche
haben einen
Anspruch auf Beratung - in der Regel unterhalten sie sich mit einem der
Berufsberater. Sie können das Informationsangebot im BIZ aber
auch
selbstständig nutzen. «Die Berufskundlichen
Blätter,
die einzelne Berufe vorstellen, gibt es kostenlos», sagt
Ilona
Mirtschin.
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| Foto: dpa |
Als erster Schritt empfiehlt es sich, die eigenen Interessen und
Fähigkeiten auszuloten. Das geht inzwischen auch am Computer:
«Jedes BIZ hat ein Programm, bei dem mit Hilfe eines
Fragenkatalogs herausgefunden werden kann, wo man am besten
hinpasst.»
Hilfe bieten aber auch die Handwerks- oder Industrie- und
Handelskammern: «Wir haben zum Beispiel
”Lehrstellen-Atlanten”, mit denen man einen
Überblick
über Ausbildungsberufe bekommen kann»,
erläutert Ulrich
Ernst. In einzelnen «Job-Steckbriefen» werden
Berufe
vorgestellt - auch solche, die nicht jeder sowieso schon kennt.
«Berufe im Schatten» nennt sie Ernst.
«Auf die 10
beliebtesten stürzen sich 90 Prozent der Bewerber»,
ist
seine Erfahrung.
Das kann Peter-Werner Kloas vom Zentralverband des Deutschen Handwerks
(ZDH) nur bestätigen: «Alles rund ums Auto ist der
Renner,
viele andere Berufe werden gar nicht wahrgenommen.» Oft seien
allein die Berufsbezeichnungen abschreckend, so der ZDH-Referent aus
der Abteilung Berufliche Bildung in Berlin. «Wenn der
Schornsteinfeger Energieberater heißen würde,
wäre der
Beruf gleich attraktiver.»
Häufig unterschätzten Jugendliche auch die
Möglichkeiten, die sich in einem Beruf bei entsprechender
Weiterbildung bieten. «Das gilt zum Beispiel für den
Bäcker, der mit entsprechender Qualifikation einiges machen
kann.» Brötchen backen ist da nur eine Alternative -
von der
Anstellung im Hotel bis zum eigenen Catering-Service sind andere.
Übersehen wird häufig auch, dass einzelne
Handwerkszweige oft
noch Azubis suchen: «Im vergangenen Jahr waren das etwa die
Glaser», sagt Kloas. Auch auch
im Nahrungsmittelhandwerk
gebe es insgesamt gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz und auch
günstige Aussichten für ein Stellenangebot danach.
Nur in den wenigsten Fällen gibt es allerdings gleich auf
Anhieb
eine Zusage. «Davon darf man sich aber nicht entmutigen
lassen», sagt Ulrich Ernst. Am Ball bleiben heißt
die
Devise: «Manchmal ist es eben erst die 20. Bewerbung, mit der
man
Erfolg hat.» Hartnäckigkeit bei der Bewerbung zahlt
sich
aus. Und etwas Sorgfalt auch: «Wir hatten vor kurzem den
Fall,
dass ein Jugendlicher ständig Absagen bekam, und haben uns mal
seine Bewerbungsunterlagen angesehen», erzählt
Ernst.
«Da waren schon im Anschreiben acht, neun Fehler. Das kann
natürlich nicht gutgehen.»
Um die Chancen von vorneherein zu erhöhen, empfehlen die
Experten,
sich zwar einerseits über seinen Wunschberuf klar zu werden,
aber
andererseits Alternativen in der Hinterhand zu haben, falls es mit den
Bewerbungen nicht klappt. Und manchmal führt kein Weg daran
vorbei, für den Ausbildungsplatz seine Siebensachen zu packen:
«Das kann schon vorkommen, dass es den Wunscharbeitsplatz
zwar
nicht im eigenen Ort gibt», sagt Ernst, «aber doch
woanders.»
Internet: www.ihk-lehrstellenboerse.de, www.startindenberuf.de.
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